Veranstaltungen in Martini

Offene Kirche:
Mo – Sa 10.00 bis 17.00 Uhr,
So und Feiertag 11.00 bis 17.00 Uhr

Der Schwan auf einem Bild in der Martinikirche

Was macht der Schwan auf dem Titelblatt de Gemeindebriefes?
Und was hat das mit dem 500. Reformationsjubiläum zu tun? Ist es vielleicht ein Singschwan und damit eine Anspielung auf die Tradition evangelischer Kirchenlieder? Oder ist der Schwanengesang gemeint, also der Abgesang eines Sterbenden? Womöglich eine pessimistische Sicht auf unsere volkskirchliche Lage? Nein, dieser Schwan – übrigens ein Bild aus der Halberstädter Martinikirche – hängt ursprünglich mit einer Gans zusammen. Wie das?

Wer heute zu den Öffnungszeiten in die Martinikirche geht, kann sich die Geschichte von den Mitarbeiterinnen erzählen lassen. Es kam so: Der böhmische Reformator Jan Hus aus Husinec wurde auf dem Konzil in Konstanz 1415 wegen seiner Lehren auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Husa heißt im Tschechischen Gans. Also kam die Redensart – oder die Weissagung? – auf: die Gans wurde geröstet, aber es wird ein Schwan kommen. Später sah man diese Prophezeiung erfüllt, nämlich in Martin Luther. Und so wurde der Lutherschwan zu einem häufigen Attribut des Reformators. Zum Beispiel als Wetterfahne, auf Lutherporträts oder eben auf dem Altar der Martinikirche. Das mit dem Singschwan würde übrigens trotzdem passen, denn in unserem Gesangbuch ist Martin Luther der Dichter mit den meisten Liedern


„Arbeit hat viele Gesichter“ vom 07.08. — 09.10. Foto-Ausstellung der Diakonie-Werkstätten in Kooperation mit dem Cecilienstift.

Wir haben Menschen bei ihrer Arbeit in den Diakonie-Werkstätten beobachtet und sie gefragt, was Arbeit für sie bedeutet. Und wir laden Sie als Besucherinnen und Besucher herzlich ein, herzuschauen und hinzuhören. Die Fotos für die Ausstellung stammen von Ronald Göttel

St. Martini Halberstadt

Von bemerkenswerter Schönheit zeigt sich der Hallenkirchenbau in seinem Innern. Der barocke Altar von 1696, die wunderbaren Schnitzereien an der Kanzel (1563/1690) und der Prospekt der David-Beck- Orgel von 1596. Aber ganz besonders fällt der bronzene Taufkessel von Ende 13.Jh./Anfang 14.Jh.

Im nördlichen Querhaus auf. In seiner farblichen Fassung erschließt er dem Betrachter die Weihnachtsgeschichte mit dem Schlussbild von der Taufe Jesu.

In einer Urkunde wird 1186 der Bau der Kirche belegt, aber dies sicher als ein Neubau nach der Zerstörung der alten Stadtkirche durch die Kriegswirren unter Heinrich d. Löwen 1179. Das Patronat durch den Heiligen Martin geht auf den französischen Einfluss im Mittelalter zurück.

Bis zu Anfang der 1970er Jahre war die Martini-Gemeinde selbständig, aber das Umfeld der Kirche war durch die furchtbaren Zerstörungen am 9. April 1945 fast ohne Wohnhäuser. Deshalb schlossen sich die Stadtgemeinden Dom, Martin Luther und St. Martini zur Evengelischen Stadt- und Domgemeinde zusammen. Die Zerstörungen des Krieges waren 1955 zumeist beseitigt, die Kirche konnte wieder als Gottesdienstraum und Versammlungsstätte genutzt werden. Aber nach wenigen Jahren zeigte sich das Problem der Erhaltung neu, weil die kleiner gewordene Kirchengemeinde die ungeheure Baulast kaum noch tragen konnte. Es gab deshalb Versuche, die Kirche an die Stadt abzugeben, bzw. sie als Kunstlagerstätte für die Landeskirche zu nutzen.

Letztlich scheiterten alle diese Versuche. Engagierte Gemeindeglieder erkannten den Raum als unverzichtbar für wichtige Gottesdienste, die mit der Stadtgeschichte zusammenhingen, als Ort für die Friedensgebete und als besondere Möglichkeit für moderne Kunst und Musik. Fast 25 Jahre konnten regelmäßig hier Ausstellungen stattfinden, die weit über Halberstadt hinaus Bedeutung hatten. Als Stadt- und Bürgerkirche war St. Martini Ausgangspunkt für die friedliche Revolution 1989 in Halberstadt.

In den letzten Jahren hat sich die Arbeitsgruppe Martini im Kuratorium Stadtkultur mit dem heutigen Ev. Kirchspiel Halberstadt um die Sanierung der Kirche gekümmert, die nun im Äußeren nach 15 Jahren zum Abschluss kam.

Seit 2004 gibt es durch eine Initiative von Prof. Ablitzer (Frankreich) den Versuch, die einst berühmte Orgel von David Beck wieder als ein Werk der Spätrenaissance in altem Glanz erstrahlen zu lassen.(www.buergerkirche.de) Dazu bedarf es einer Innenraumrenovierung und weiterführender Überlegungen zur Nutzung dieses besonderen Kirchenraumes.

In den Turmräumen und unter der Orgelempore hat seit 2005 die evangelische Jugendarbeit eine Begegnungsstätte hergerichtet. Sie trägt den Namen *Westwerk Jugendkirche*.

Martini
Schwan in Martini
 
 
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