andacht

Ökumenische Bahnhofsmission

„Ebenso wichtig ist das Zweite:
 Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matthäus 22,39)



Dieses Wort von Jesus Christus ist seit nunmehr acht Jahren der Wahlspruch der Ökumenischen Bahnhofsmission in Halberstadt. Er ist als Überschrift über allen Schriftstücken unserer Bahnhofsmission zu lesen und soll uns Anspruch und Herausforderung sein. Als uns dieser Wahlspruch geschenkt wurde, war meine Vorgesetzte nicht so richtig davon begeistert. „Wäre nicht die Formulierung Liebe deinen Nächsten freier?“ waren die Bedenken. Ich habe mich dann damit herausgeredet, dass wir ja ökumenisch sind und in der Einheitsübersetzung steht nun mal „Du sollst“. Natürlich ist dieses „Du sollst“ eine große Herausforderung, die in der Lebenspraxis nicht immer gelingt. Meinen Nächsten kann ich mir am Bahnhof eher nicht aussuchen. Und manchmal fällt es einfach schwer, diesen Nächsten zu lieben, und manchmal gelingt es auch nicht. Der Anspruch unseres obersten Dienstherrn bleibt aber! Gleichzeitig bleibt uns die Gewissheit, von Ihm geliebt zu werden, auch wenn wir seinem Anspruch mal wieder nicht genügen. Jesus liebt uns schon immer und jetzt und auch morgen!

Und wenn in diesem Vers die Wichtigkeit des Zweiten betont wird, ist da noch die Frage: Was ist eigentlich das Erste? „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Jesus sagt uns, dass das Zweite ebenso wichtig wie das Erste ist und wir nennen das gern das Doppelgebot der Liebe. Gottesliebe und Nächstenliebe sind gleich wichtig!

Ein weiteres Doppelgebot ist ebenfalls in diesem Wort zu entdecken. Ich soll meinen Nächsten lieben wie mich selbst. Da bin ich aber froh! Ich soll auf mich und meine Grenzen achten, mich nicht überfordern, ausnutzen lassen und beschädigt werden. Ich darf, ich soll Nein sagen, wenn ich mich überfordert fühle. So gelingt Nächstenliebe auch auf einem Bahnhof und im täglichen Leben. Der Ausspruch ist kein Anspruch sondern eine Anleitung für ein gelingendes Miteinander. Es gilt die Zusage: Jesus liebt uns, schon immer, jetzt und immerfort.


Constantin Schnee, Leiter der ökumenischen Bahnhofsmission Halberstadt


(Siehe auch Beitrag der Bahnhofsmission unter der Rubrik: Rückblicke …..)

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                                Ez 36,26.

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