andacht

Entschlafen

Der Mond ist aufgegangen“ ist ein beliebtes Abendlied, ist geradezu das Abendlied. Der Dreijährige singt es als sein eigenes Lied und staunt, dass es auch anderen Menschen bekannt ist. Aktiven und Eiligen bringt es einen ruhigen Moment. Erwachsene unterschiedlicher Couleur fi nden sich bei diesem von Matthias Claudius 1779
gedichteten Lied. 
Ganz schlicht geht es in einer Strophe um das eigene Sterben:

                                              „Wollst endlich sonder Grämen
                                               aus dieser Welt uns nehmen
                                               durch einen sanften Tod;
                                               und wenn du uns genommen,
                                               lass uns in´ Himmel kommen,
                                               du unser Herr und unser Gott.“

Wenn ich vielleicht diese Worte auch beim abendlichen Singen auslasse, kann ich doch meine Gedanken durch sie leiten lassen. Hier klingt das Sterben selbstverständlich. So ist es alltäglich singbar. 

Gewiss doch, ich lebe gern. Ich lebe auch gern im Moment. Doch will ich dem Leben seinen Rahmen nicht nehmen, will nicht den Lebensanfang bejubeln und vom Lebensende absehen.


Schlafen und Entschlafen sind nahe beieinander. Am Sterbebett der Mutter sitzend, vermeint der längst erwachsene Sohn, die Mutter sei noch einmal tief eingeschlafen.Da war sie entschlafen. Sanft entschlafen.
Bis an die Schwelle hatten ihre Kinder sie begleitet.


Der Tod ist ein Mysterium. Ein Geheimnis ist es, wann, in welchem Moment der Tod eintritt. Ein Geheimnis ist, was der Entschlafende hört und versteht. Die Zeit des Entschlafens ist eine besondere Zeit. Eine heilige Zeit.
Eine tiefe Ruhe unter dem Himmel. Das ist Segen für Menschen, die zurückbleiben.


Wohl ist nicht alles geklärt und alles ausgesprochen, schließlich ist ja lebenslang immer etwas für „morgen“ und „später“ übrig. Dies bleibt den Hinterbliebenen zu tun. Dies bleibt und der tiefe Friede. Der helfe Ihnen zum   Leben.
                                                                                                             Ihre Pfarrerin Hannah Becker

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Monatsspruch Dezember 2017

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lk 1,78-79 (L)

Jahreslosung 2017

"Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch."

                                Ez 36,26.

Entschlafen